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3. Bürger-Dialog: Lebensphasen gerechte Wohnformen

Bei der 3. Veranstaltung des SPD-Bürger-Dialogs wurde über den Themenschwerpunkt „Wohnen“ diskutiert. In Vordergrund der Diskussion standen die unterschiedlichen Bedürfnisse in den einzelnen Lebensphasen. Auch bei dieser Veranstaltung konnte Bürgermeisterkandidat Prof. Martin Dameris wiederum zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Nachbarschaftshilfen, des Vdk sowie des Seniorenbeirates.

Referentin des Abends war Frau Brigitte Herkert von der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“, welches vom Bayerischen Sozialministerium gefördert wird. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (kurz AfA) und arbeitet mit in der Koordinationsstelle Wohnen im Alter, welche die AfA im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen durchführt.

3-B-D_Bild3_130613Nach einer kurzen Vorstellung der Aufgaben der Koordinierungsstelle führte Frau Herkert in die Thematik ein und stellte verschiedene Modelle und Möglichkeiten eines Generationen übergreifenden Wohnens vor. Stichworte waren unter anderem mitalternde Wohnungen und Generationen gerechte „Quartiere“. Die Wohnbedürfnisse verändern sich im Wandel der Zeit und in der Regel stellt sich irgendwann die Frage: „Die Wohnung den Lebensphasen anpassen oder umziehen?“ Vor allem in der dritten Lebensphase ist häufig eine Entscheidung zu fällen: Zu Hause wohnen bleiben (d.h. zum Beispiel Wohnungsanpassung, betreutes Wohnen zu Hause, Wohnpartnerschaften und Wohngemeinschaften zwischen Jung und Alt) oder Umzug in „neue Wohnformen“ (zum Beispiel betreute Wohnanlagen, ambulante Hausgemeinschaften, Generationsübergreifendes Wohnen).

Aber auch die äußeren Rahmenbedingungen, die für die Planungen einer Kommune wichtig sind, verändern sich: Zum einen gilt es Trends im Sozialen (z.B. demographischer Wandel, gemeinschaftliches Wohnen), zum anderen aber auch beim Wohnen (z.B. Verflechtung von Arbeit und Wohnen) zu beachten.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Idealziel einer Vielfalt von Wohn-Alternativen in einer Gemeinde wie Seefeld schwer zu realisieren ist. Der derzeitige Immobilienbestand in der Gemeinde Seefeld mit nur lediglich 10% an Gebäuden mit mehr als 2 Wohneinheiten lässt dies derzeit kaum zu. Es ist noch ein langer Weg zu einem dezentralen bedarfsgerechten, quartiersorientierten Betreuungs- und Wohnangebot für Ältere.

3-B-D_Bild2_130613Alternative Wohnangebote werden sich trotzdem weiter ausdifferenzieren. Unter anderem gilt es das „Wohnen bleiben“ zu stärken, denn schließlich wollen vor allem die älteren Menschen in der Gemeinde – ihrem vertrauten Umfeld – wohnen bleiben. Hierfür braucht es vor allem bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten. Fazit: Wohnen im Alter aber auch für junge Menschen ist eine wichtige kommunal-politische Aufgabe. Hierfür müssen Bürgerinnen und Bürger als Beteiligte stärker als bislang in Planungsprozesse eingebunden werden. Die Bedürfnisse aller Altersgruppen sollten durch die Gemeinde vorab ermittelt werden. Am Ende des Abends schlug Prof. Dameris vor, eine Parteienübergreifende Arbeitsgruppe zusammen mit Vertretern der sozialen Einrichtungen (u.a. Nachbarschaftshilfe, VdK) zu bilden, die sich nach den Kommunalwahlen mit alternativen Modellen für Einheimische aller Altersklassen beschäftigt. Weitere Einheimischen Modelle in der bisherigen Form sind angesichts der bestehenden baulichen Strukturen in der Gemeinde nicht zielführend.

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