, ,

Leserbrief zu MM vom 30.6.16 „Knapp am Schildbürgersstreich vorbei“

Unter der Überschrift „Herausragendes Buskonzept“ veröffentlichte der MM am 4.7.2016 den Leserbrief von Ernst Deiringer (zum Vergrößern bitte auf das verkleinerte Textfeld klicken). In den Leserbrief hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Es muss heißen: 739 Kfz pro tausend Einwohner!

Leserbrief von Ernst Deiringer am 4.7.2016 im MM

Ernst Deiringer

Ernst Deiringer

Zu dem folgenden Artikel im MM vom 30.6.2016 schrieb Ernst Deiringer den oben wiedergegebenen Artikel

Knapp am Schildbürgersstreich vorbei

Gemeinde Seefeld stimmt neuen Buslinien zu und lehnt Gasser-Antrag ab, auf Angebot an Wochenenden aus Kostengründen zu verzichten

Seefeld – Ein Bus fährt durch den Landkreis, stoppt einmal, zweimal – beim dritten Mal ignoriert er jedoch die Haltestelle, weil die Gemeinde nicht bezahlt hat. Klingt komisch, wurde im Seefelder Gemeinderat aber ernsthaft diskutiert. Dort hatte Kreis Verkehrsmanagerin Susann Münster am Dienstagabend die neuen Linien, Routen und Zeiten des so genannten Westbündels vorgestellt, die im Sommer ausgeschrieben werden sollen. Weiterlesen

,

Unwissenheit oder Rassismus?

Die jüngsten Äußerungen aus den Reihen der AfD werden mir zunehmend unheimlich. Da verkündete Herr Gauland zunächst beim Interview in einer FAZ-Sonntagsausgabe Ende Mai, „die Leute“ wollten nicht einen Boateng als Nachbarn. Davon ausgehend, dass er mit „die Leute“ „die Deutschen“ meint, liegt er offensichtlich falsch. Nach seinen weiteren abfälligen Bemerkungen über die deutsche Fußballnationalmannschaft, die „nicht richtig deutsch“ sei, scheint es mir nur noch ein kleiner Schritt zur Forderung nach dem „Ariernachweis“ für Nationalspieler. Weiterlesen

Rente: „Was den Jungen zusteht“ von Nikolaus Piper, SZ vom 27.4.2016

Leserbrief vom 3.5.16 zum Rententhema „Was den Jungen zusteht“ von Nikolaus Piper, SZ vom 27.4.2016.pdf

Herr Piper schreibt:
„Dass die guten Zeiten früher als nötig zu Ende gehen, hat die große Koalition zu verantworten mit ihrer Rente mit 63 – eine Torheit und ein verheerendes Signal für die jetzige Rentendebatte. Verheerend vor allem deshalb, weil die Erfinder der Rente mit 63 so taten, als gäbe es die Demografie nicht.“

Herr Piper tut so,

  • als gäbe es keinen Produktivitätsfortschritt! Und
  • als gäbe es keine gigantische Fehlentwicklung bei der Verteilung der Wertschöpfung unserer Volkswirtschaft und
  • als gäbe es kein“Panama“.

Es gibt aber diese 3 auch für die Rentenhöhe aller Arbeitnehmer entscheidenden Einflussgrößen! Und mit einer sozialen Wirtschaftspolitik würden diese Komponenten die Auswirkungen der Demografie kompensieren. Weiterlesen

Chancen auf TTIP-Abkommen sinken

Leserbrief zum Thema „TTIP“ mit Bezug zum Artikel im Münchner Merkur, „Chancen auf TTIP-Abkommen sinken“, vom 27.4.2016, Seite 1

MM_2016.04.27_Chancen_auf_TTIP_Sinken_Seite_1.pdf

Dass jetzt auch die Franzosen das TTIP-Abkommen skeptisch sehen, stimmt hoffnungsvoll. Denn neben vielen problematischen Punkten enhält das Abkommen, so weit es derzeit dargestellt wird, einen fortschrittsfeindlichen Mechanismus, der meines Erachtens nicht hinreichend in den Medien und Diskussionen beachtet wird. Ich glaube schon, dass die Verhandlungspartner sich bei den zu vereinbarenden Standards und Normen sich auf die derzeit geltenden, höchsten Anforderungen werden einigen können. ABER: Angenommen, dass nach Inkrafttreten des Abkommens eine Seite des Atlantiks beabsichtigt, irgendwelche Standards zu verschärfen oder verbessern: Dann würden erstens über die sogenannte „Regulatorische Kooperation“ solche Gesetzesvorhaben einem demokratisch nicht legitimierten, transatlantischen „Regulierungsrat“ vorgelegt werden, damit die andere Seite darüber befinden kann, bevor die Vorhaben überhaupt in die nationalen Parlamente gelangen. Zweitens, sollten solche Gesetzesvorhaben trotz Bedenken des „Rates“ in Kraft treten, dann können Investoren einseitig gegen den Staat auf eventuell entgangene Gewinne klagen, was auch schon in bestehenden Abkommen (etwa NAFTA) „erfolgreich“ praktiziert worden ist. Allein schon eine solche Drohung wird unweigerlich dazu führen, dass wir Stillstand bekommen in der Weiterentwicklung von Standards in allen denkbaren Bereichen wie etwa Verbraucherschutz, Umwelt- und Klimaschutz, Gesundsheitsvorsorge, Arbeitsstandards oder Finanzmarktregulierung. Man greift sich an den Kopf, wie Abgeordnete und Befürworter in allen Parlamenten der USA und Europa derart für ihre eigene Entmachtung eintreten können!

Sven_portrait

Dr. Sven Nissen-Meyer
Seestr. 48
82229 Seefeld
Tel.: 0171 49 25 624

svennm@t-online.de

Ohne Speicher keine Vollversorgung

Leserbrief zu

„50 Seiten Umweltschutz“ vom 26. Februar (50 Seiten Umweltschutz StaMerkur Artikel vom 26.02.2016.pdf) und Leserbrief „Klimaschutz bleibt eine Illusion“ vom 2. März (Leserbrief_zu-Artikel-StaMerkur vom 26.02.2016.pdf)

Es gibt sie also immer noch, die fossilen Überreste jener Leugner des Klimawandels aus dem letzten Jahrhundert. Diese hatten – vornehmlich in den USA – jeden kleinsten Ansatz für den Klimaschutz als sozialistisches, ja sogar kommunistisches Teufelszeug abgelehnt.

Mit dem Speicherthema spricht Alfred Hartl einen wichtigen Aspekt der regenerativen Energie an. Ohne Speicher gibt es keine regenerative Vollversorgung. Leider haben die großen Energieversorger und auch die Bundespolitik diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt, ja sogar hintertrieben. Wir wissen jedoch, dass uns die Sonne täglich das über tausendfache an Energie liefert, die wir benötigen. Da müsste es doch für einen Dipl. Ing. möglich sein sich vorzustellen, dass wir Verfahren entwickeln, den benötigten Anteil daran über das ganze Jahr hinweg nutzbar machen zu können. Hierzu sollte man jedoch nicht bei dem vor einer Generation erworbenen Wissen stehen bleiben.

Was die generelle Notwendigkeit des Klimaschutzes und in diesem Zusammenhang die Wirksamkeit von CO2 anbelangt, empfehle ich Hrn. Hartl dringend die Lektüre der letzten beiden IPPC-Berichte (Intergovernmental Panel on Climate Change), der Gutachten des WBGU ( Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfolgen) und nicht zuletzt das letzte Werk des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber mit dem Titel „Selbstverbrennung“.

Übrigens, 195 Staaten haben bei der Klimakonferenz von Paris Ende 2015 die Notwendigkeit erkannt, durch eine massive Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase den weltweiten Temperaturanstieg auf 2°C, nach Möglichkeit auf 1,5°C zu begrenzen.

 

ernst_deiringer_150

Ernst Deiringer, Seefeld

Lindenweg 1
82229 Seefeld
Tel. +49 8152-76593
Email: Ernst.Deiringer@web.de

Am richtigen Weg festgehalten

Zum Artikel ,,Mit Berger Windrädern alles im Lot“,  Münchner Merkur vom 22. Juli 2015
(http://Artikel-StaMerkur 22.05.2015 ‚Mit Berger Windrädern alles im Lot‘)

Liebe Windrad-Gegner, zu Ihrer Niederlage vor dem Verwaltungsgericht möchte ich Ihnen etwas Trost spenden: Sie – und wir alle bekommen mit den Berger Windrädern Stromerzeugungsanlagen, deren energetische Amortisation in 1,8 Jahren abgeschlossen ist. Das heißt, nach 1,8 Jahren werden sie die Energie erzeugt haben, die zur Herstellung, Transport, Bau, Wartung und Rückbau aufgewandt wurde.

In den weiteren 18,2 Jahren ihrer vorgesehenen Laufzeit werden sie jährlich 89 Prozent des von der Gemeinde Berg im Jahr 2013 benötigten Strombedarfs (27,42 GWh) erzeugen, ohne ein einziges Gramm schädliches Treibhausgas in die Luft zu jagen. Etwa 13 000 Tonnen C02-Ausstoß werden dadurch jährlich vermieden.

Und noch eine positive Zahl: So ein Windrad hat einen so genannten Erntefaktor von12. Das heißt, im Laufe seiner Lebenszeit erzeugt es zwölfmal so viel Energie, wie es von der Herstellung bis zum Rückbau benötigt hatte. Außer PV-Anlagen kenne ich keine Energieerzeugung mit annähernd solch positiven Leistungsdaten.

Angesichts der aktuellen Meldungen, dass 2014 das weltweit wärmste Jahr seit den regelmäßigen Wetteraufzeichnungen war und 2015 dabei ist, diesen Rekord zu überbieten, kann der in Berg eingeschlagene Weg so falsch nicht sein. Und auch deutschlandweit haben wir in. diesem Jahr bereits eine Menge an Wetterextremen wie Starkregen, Windhosen und Stürmen mit hohen Schadenssummen zu verzeichnen.

Die Gemeinde Berg schlage ich als Kandidat für den Energiepreis 2015 des Landkreises vor. Dabei sind speziell die Verdienste von Bürgermeister Rupert Monn zu würdigen, der trotz verbaler Angriffe, selbst auf seine Familie, unbeirrt an dem einmal als richtig erkannten Weg festgehalten hat.

Natürlich kann die Energiewende nicht nur mit Windrädern erreicht werden. Wir benötigen einen Mix aus allen Möglichkeiten der regenerativen Energieerzeugung, sowie Speicher und nicht zuletzt ein breites Spektrum an Effizienzmaßnahmen.

ernst_deiringer_150
Ernst Deiringer
Vorstandsmitglied des Energiewendevereins Starnberg Seefeld

Lindenweg 1
82229 Seefeld
Tel. +49 8152-76593
Email: Ernst.Deiringer@web.de

,

Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung zum Artikel „Empört euch“ vom 23./24.1.2016, sowie zu den Leserbriefen und zur Karikatur zu diesem Thema am 30./31.1.2016

Gratulation an die SZ zum Artikel „Empört Euch“! (http://www.sueddeutsche.de/leben/essay-empoert-euch-1.2827062) Und Gratulationen an alle Leserbriefschreiber am 30.1. zu diesem brisanten Thema! Passend zur Karikatur möchte ich noch auf einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Schere zwischen arm und reich hinweisen: den Mechanismus des Zinses-Zins bei den Lohnzuwächsen von Arbeiternehmern. Beispiel: Zwei Angestellte an jeweils unterem und oberem Rand der Mittelschicht verdienen 2.000 bzw. 10.000 € / Monat. Angenommen der durchschnittliche Lohnzuwachs über 30 Jahre beträgt für beide 3% pro Jahr. Dann ergeben sich die Einkommen nach 30 Jahren als Produkt vom Anfangsgehalt mal 1,03 hoch 30. Die entsprechende zeitliche Entwicklung der zwei Gehälter über die 30 Jahre wird in der ersten Grafik (Einkommensentwicklung alt) deutlich.
Diese Grafik zeigt ganz anschaulich für die zwei Einkommen, wie die Gehälter bei dem üblichen Modell auseinanderdriften. Der Bezieher des oberen Einkommens hat unverhältnissmäßig mehr Möglichkeiten, ein ordentliches Vermögen und eine ordentliche Rente anzuhäufen als der untere. Es gilt das alte Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Es ist ja auch schon in der Vergangenheit etwas dagegen unternommen worden: Sockelzuwächse für die unteren Lohngruppen. Das lindert, aber beseitigt das Problem nicht.
Ein gerechterer Ansatz wäre meines Erachtens bei z.B. 3% Lohnzuwachs den Mittelwert der Jahreseinkommen aller Arbeitnehmer einer Firma oder einer Gewerkschaft zu berechnen, aus diesem Wert den 3%-Zuwachs in Euro zu berechnen und allen Arbeitnehmern diesen dann gleich hoch zu gewähren. Dadurch hätten die Unternehmer keine zusätzlichen Kosten (im Vergleich zu obigem Modell) und die Arbeitnehmer eine gerechtere Einkommenszunahme. Eine Nivellierung der Einkommen wäre das trotzdem nicht, wovor ja viele Menschen Angst haben. Die gut Verdienenden hätten immer noch weit mehr in der Tasche.
Dieses alternative Modell wird in der zweiten Grafik (Einkommensentwicklung neu) gezeigt, für die gleichen zwei Gehälter wie im ersten Modell: Die Einkommen entwickeln sich parallel, was viel mehr dem Gerechtigkeitssinn entspräche.

Einkommensentwicklung alt<a Einkommensentwicklung neu

Sven_portrait

Dr. Sven Nissen-Meyer
Seefeld

, ,

Klimaschutz / Leserbrief an SZ von Prof. Dr. Martin Dameris

Der nachfolgende Leserbrief bezieht sich auf

„Der große Klimabluff“ (vom 8. Januar 2016), nur im Internet auf der SZ-Seite: Http://www.sueddeutsche.de/wissen/2.2207umwelt-handeln-statt-visionen-1.2806540

und Dobrindt bremst Gabriel aus SZ. Vom 16.01.2016, Seite 25.

In dem SZ-Artikel „Der große Klimabluff“ (8. Januar) wird sehr treffend dargestellt, dass generell zwar die Ergebnisse des Klimagipfels als Erfolg angesehen werden, dass es aber mit der Umsetzung durch entsprechendes Handeln hapert. Die gestellte Frage in der Überschrift des SZ-Artikels, ob der Klimagipfel „zu Recht“ als Erfolg gefeiert werden darf, kann aus Sicht der Klimaforschung mit einem klaren „JA“ beantwortet werden. Die Ziele sind richtig, aber nun ist es notwendig, entsprechende Handlungsstrategien zu entwickeln. Die Bundesregierung und allen voran Bundeskanzlerin Merkel war und ist immer in der ersten Reihe zu finden, wenn es darum geht, Ziele zur Energiewende und zum Klimaschutz zu formulieren. Aber diesen großen Ankündigungen folgt meistens nur Ernüchterung! Weiterlesen